In den Ausstellungräumen

Wohin führt der Weg? – 35. Bundestreffen der Karpatendeutschen

Am 10. und 11. Juni fand nach zwei Jahren wieder das Bundestreffen der Karpatendeutschen Landsmannschaft statt. Dieses Jahr war es schon das 35. Mal, diesmal im Ständehaus in Karlsruhe, in der Stadt, die vor 60 Jahren die Patenschaft über die Karpatendeutschen übernommen hat.

Der Vorstand hat ein neues Format für das Bundestreffen gewählt: eine Podiumsdiskussion mit den Vertretern der karpatendeutschen Verbände. Das Thema lautete „Karpatendeutsche weltweit – wohin führt der Weg?“

Am Anfang der Bundestreffens hielt der Vorsitzende des Evangelisch-Lutherischen Hilfskomitees für die Slowakeideutschen Schuldekan i.R. Martin Moravek eine Andacht. Die Anwesenden begrüßte die Bundesvorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft Brunhilde Reitmeier-Zwick. Besonders erfreulich war die Teilnahme des slowakischen Konsuls in München Ľubomír Rybár.

Die Moderatorin, Publizistin Renata Sako-Hoess hat dann die Teilnehmer der Podiumdiskussion vorgestellt: Jamers Schwartz, Vorsitzender der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Nordamerika, Ondrej Pöss, Vorsitzender des Karpatendeutschen Vereins in der Slowakei und auch die Bundesvorsitzende Brunhilde Reitmeier-Zwick. Nach kurzen Einführungen über die einzelnen karpatendeutschen Verbände stellte zuerst die Moderatorin Fragen an die anwesenden Vorsitzenden. Es handelte sich neben der Schilderung der Lage in den einzelnen Ländern vor allem um die Problematik der Zukunft, der deutschen Sprache und der Jugend.

Bundestreffen der Karpatendeutschen

James Schwartz, Brunhilde Reitmeier-Zwick und Ondrej Pöss auf dem Bundestreffen der Karpatendeutschen

Danach hat sich mit den Anwesenden eine rege Diskussion entwickelt. Die Karpatendeutschen sind in einer Situation, in der sie auf viele, oft auch ältere, Fragen neue Antworten suchen müssen. Es ist nötig, dass die Mitglieder in den Ortsgemeinden aktiv mitarbeiten und die junge Generation zum Mitmachen motiviert wird. Man muss zwar die Dinge nehmen wie sie kommen, aber man sollte dafür sorgen, dass sie so kommen, wie man sie haben möchte. Wir müssen uns auch an die heutige digitale Welt anpassen. Wer das nicht macht, der verliert. Das ist auch für die Karpatendeutschen der Zukunftsweg, das ist ein Bereich, der auch für die Jugendlichen interessant sein kann.

 

Ausstellung über die Reformation in der Slowakei

Danach wurde in der Krypta der evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe die Ausstellung des deutschen Kulturforums östliches Europa aus Potsdam über der Reformation in der Slowakei eröffnet. Grußworte hielten der 1. Bürgermeister der Stadt Karlsruhe Wolfram Jäger, Stadtpfarrer Dirk Keller und Jörg Meier, Vorsitzender des Karpatendeutschen Kulturwerkes und der Stiftung Karpatendeutsches Kulturerbe.

Ausstellung

Ausstellung in der Krypta der evangelischen Stadtkirche

Der Konsul Ľubomír Rybár hat das Grußwort des Botschafters der Slowakischen Republik in der Bundesrepublik Deutschland Peter Lizák vorgelesen. Aus der Rede greifen wir einen Ausschnitt heraus:

„Die Slowakische Republik legt großen Wert auf die Pflege der nationalen Minderheiten. Deshalb freut es mich, dass es nach dem Jahr 1989 zu einem Wiederaufleben der deutschen Minderheit in der Slowakei gekommen ist. Ich persönlich werde mich weiterhin für die enge Zusammenarbeit mit den Angehörigen der deutschen Minderheit einsetzen. Es freut mich besonders, dass wir gerade im Karpatendeutschen Verein in der Slowakei und in der Karpatendeutschen Landsmannschaft zuverlässige Partner haben. Ihre Tätigkeit ist wichtig und gleichzeitig notwendig  – umso mehr, weil der Dialog und das gegenseitige Verständnis in den heutigen Zeiten mehr denn je gefragt sind. Besonders im Bildungswesen und spezifisch beim Unterricht der deutschen Sprache in der Slowakei können wir gemeinsam unterstützend wirken. An dieser Stelle gestatten Sie mir, die Arbeit der Bundesvorsitzenden, Frau Brunhilde Reitmeier-Zwick, und des Vorsitzenden des Karpatendeutschen Vereins, Herrn Pöss, und deren unermüdliches Engagement und Einsatz in ihren Funktionen zu würdigen. Ohne ihre aufopferungsvolle Arbeit wären die Beziehungen zwischen der Slowakei und den Karpatendeutschen nicht so gut, wie sie heute sind. Tagtäglich schaffen sie eine Art Verbindungsbrücke zwischen unseren Nationen und tragen zu dem beiderseitig bereichernden Zusammenleben der Slowaken und Deutschen bei.“

Evangelische Stadtkirche in Karlsruhe

Die evangelische Stadtkirche von Karlsruhe (erbaut 1816, 1944 zerstört, 1958 Wiederaufbau)

Zum Programm des Treffens gehörte auch ein evangelischer Gottesdienst, der am 11. Juni in der evangelischen Stadtkirche in Karlsruhe stattfand.

O.P.